Gaunerzinken: Geheime Zeichen der Einbrecher

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Ein kleines Kreuz an der Hauswand, eine seltsame Markierung am Briefkasten, eine gezackte Linie auf dem Gehweg vor Ihrer Tür – was auf den ersten Blick wie harmlose Kritzelei wirkt, könnte eine ernsthafte Botschaft für Kriminelle sein. Gaunerzinken, auch bekannt als Diebeszeichen oder Ganovenzeichen, sind ein uraltes System geheimer Markierungen, mit dem Einbrecher und Diebe Informationen über potenzielle Einbruchsziele weitergeben. Was viele nicht wissen: Diese Zeichen existieren nicht nur in Kriminalromanen, sondern können auch heute noch an realen Gebäuden auftauchen.

Wer sein Zuhause wirklich schützen möchte, sollte wissen, wie diese Gaunerhaken aussehen, wo sie versteckt werden und was sie bedeuten. Denn nur wer die Zeichen kennt, kann sie erkennen – und rechtzeitig handeln. In diesem ausführlichen Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte über Gaunerzinken: ihre Geschichte, ihre Bedeutung, moderne Varianten wie WarChalking und die besten Schutzmaßnahmen für Ihr Zuhause.

Deutschland verzeichnet laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rund 90.000 Wohnungseinbrüche pro Jahr. Ein erheblicher Teil dieser Einbrüche wird professionell vorbereitet – und Markierungen an Wohnhäusern können dabei eine Rolle spielen. Bleiben Sie informiert und schützen Sie sich und Ihre Familie.

Was sind Gaunerzinken? Definition und Synonyme

Der Begriff Gaunerzinken bezeichnet ein System geheimer Zeichen, Symbole und Markierungen, die von Kriminellen verwendet werden, um Informationen über Gebäude, Bewohner und potenzielle Einbruchsziele an Komplizen weiterzugeben. Diese Zeichen werden typischerweise an Haustüren, Fassaden, Briefkästen, Zäunen oder Gehwegen angebracht – oft so unauffällig, dass sie Bewohnern und unbeteiligten Passanten gar nicht auffallen.

Im deutschen Sprachgebrauch existieren für diese Zeichen mehrere Synonyme, die alle dasselbe bezeichnen:

  • Gaunerzinken – die gebräuchlichste Bezeichnung im deutschen Sprachraum
  • Diebeszeichen – beschreibt den kriminellen Verwendungszweck direkt
  • Ganovenzeichen – betont den Gauner-Aspekt der Zeichenverwender
  • Gaunerhaken – eine weitere verbreitete Bezeichnung, die auf die oft hakenförmigen Symbole anspielt
  • Einbruchzeichen – moderner Begriff, der den Zusammenhang mit Wohnungseinbrüchen verdeutlicht

Das Wort „Zinken“ leitet sich entweder vom lateinischen signum (Zeichen, Signal) oder vom althochdeutschen zinko ab, was so viel wie Zacke oder Spitze bedeutet. Im englischsprachigen Raum kennt man vergleichbare Systeme als thieves‘ cant (die Geheimsprache der Diebe) oder hobo signs – Zeichen, die ursprünglich von Landstreichern und Gelegenheitsarbeitern verwendet wurden, um Informationen über Häuser weiterzugeben, wo man Arbeit, Essen oder Unterkunft finden konnte.

Das Prinzip hinter Gaunerzinken ist einfach, aber wirkungsvoll: Wer das System kennt, kann in Sekundenschnelle einschätzen, ob ein Objekt als Einbruchsziel geeignet ist – ohne selbst auffällig zu wirken oder mit jemandem sprechen zu müssen.

Geschichte der Gaunerzinken: Von Mittelalter bis heute

Die Geschichte der Diebeszeichen reicht weit zurück in die Vergangenheit. Erste eindeutige Nachweise für ein organisiertes System geheimer Markierungen stammen aus dem 16. Jahrhundert, obwohl der Ursprung vermutlich noch weiter ins Mittelalter zurückreicht. Damals waren es nicht nur Einbrecher und Diebe, die solche Zeichen nutzten – auch Bettler, Hausierer und Landstreicher bedienten sich dieses Systems.

Gaunerzinken – geheime Kreidezeichen an einer Hauswand (thieves cant)
Typische Gaunerzinken: Mit Kreide angebrachte Geheimzeichen – auch bekannt als thieves‘ cant – geben Einbrechern verschlüsselte Hinweise.

In einer Zeit, in der die Kommunikation hauptsächlich mündlich erfolgte und weite Teile der Bevölkerung nicht lesen und schreiben konnten, war ein bildbasiertes Zeichensystem besonders praktisch. Wer an einem Haus vorbeikam und ein entsprechendes Symbol entdeckte, wusste sofort: Hier gibt es etwas zu essen, hier wohnt ein gefährlicher Hund, hier lebt ein Wohlhabender, oder hier sollte man besser die Finger lassen.

Diese Zeichen wurden Teil einer umfassenderen Geheimsprache der Unterwelt, die im englischen Sprachraum als thieves‘ cant bekannt wurde. Diese Sprache umfasste nicht nur visuelle Symbole, sondern auch spezielle Wörter, Gesten und Codes, die Außenstehende nicht verstehen sollten. Die amerikanischen Varianten, die hobo signs, erlangten besonders im frühen 20. Jahrhundert während der Great Depression große Verbreitung, als Wanderarbeiter und Obdachlose (sogenannte „Hobos“) das Land durchstreiften.

In Deutschland wurden Gaunerzinken insbesondere im 18. und 19. Jahrhundert von organisierten Verbrecherbanden eingesetzt. Mit der Industrialisierung und dem Aufkommen moderner Polizeibehörden änderte sich zwar das Verbrecherhandwerk, das Grundprinzip der geheimen Markierungen blieb jedoch erhalten. Im 20. Jahrhundert tauchten Berichte über Gaunerzinken immer wieder in der Kriminalliteratur und in Polizeiberichten auf.

Heute stellt sich die Frage, ob klassische Gaunerzinken überhaupt noch systematisch eingesetzt werden. Die Polizei Flensburg beispielsweise gibt an, dass kein eindeutiger Fall bekannt ist, in dem Gaunerzinken direkt zu einem Einbruch geführt haben. Auch das Bundeskriminalamt (BKA) sieht keinen Beleg für einen systematischen Einsatz. Dennoch warnen Sicherheitsbehörden und Versicherungen weiterhin vor diesen Zeichen – und das nicht ohne Grund, denn die Grundidee der Vorabmarkierung von Einbruchszielen ist durchaus noch aktuell, nur die Methoden haben sich modernisiert.

Die wichtigsten Gaunerzinken-Symbole und ihre Bedeutung

Ein umfassendes Verzeichnis aller Gaunerhaken würde Hunderte von Einträgen umfassen, da regionale Variationen und individuelle Abwandlungen existieren. Dennoch gibt es einen Kernbestand an Diebeszeichen, der immer wieder in der Literatur und in Polizeiwarnungen auftaucht. Hier sind die wichtigsten Symbole und ihre Bedeutungen:

  • Gezackte Linie oder Wellenlinie (nach oben) – Warnung: bissiger Hund im Haus; Einbrecher sollten dieses Objekt meiden
  • X oder Kreuz – lohnendes Ziel; hier ist Geld vorhanden oder die Bewohner sind wohlhabend
  • Kreuz auf einem Hügel oder Dreieck – hier gibt es etwas zu holen; besonders attraktives Einbruchsziel
  • Mondsichel – Hinweis auf einen bestimmten Bewohnertyp oder besondere Eigenschaften der Bewohner
  • Kreis mit Punkt in der Mitte – alleinstehende Person bewohnt das Haus; möglicherweise leichter einzuschüchtern oder abzulenken
  • Wellenlinie (horizontal) – alleinstehende Frau; in vielen Interpretationen ein Hinweis auf ein leichtes Ziel
  • Durchgestrichenes Dreieck – zu riskant; vorheriger Versuch war erfolglos; von diesem Objekt ist abzuraten
  • Pfeile – zeigen mögliche Einstiegspunkte (z.B. schwache Fensterstellen) oder Fluchtwege an
  • W oder W-ähnliches Symbol – wohlhabende Bewohner; hohes Einbruchspotenzial
  • Hundesymbol oder Pfote – Hund vorhanden; Warnung für Einbrecher
  • Umkreistes Kreuz oder Kreis mit XAlarmanlage vorhanden oder Polizeipräsenz in der Nähe; hohes Risiko
  • Waagerechte Linie mit zwei senkrechten Strichen – alte Menschen bewohnen das Haus; möglicherweise als leichtes Ziel eingestuft
  • Symbol für Mann im Haus – erhöhtes Risiko für den Täter; ein Mann ist anwesend oder kehrt regelmäßig zurück
  • Symbol für Polizist oder Behördenmitarbeiter – Finger weg; Bewohner stehen in Verbindung mit der Polizei oder staatlichen Behörden
  • Buchstaben oder Zahlen – manchmal codierte Tageszeiten, wann die Bewohner außer Haus sind; z.B. „9-17″ könnte bedeuten, dass das Haus tagsüber leer steht

Wichtig zu verstehen: Diese Symbole wurden und werden nicht einheitlich verwendet. Es gibt keine offiziell standardisierte „Sprache“ der Gaunerzinken. Regionale Unterschiede, verschiedene Tätergruppen und zeitliche Veränderungen führen dazu, dass dasselbe Symbol in verschiedenen Kontexten unterschiedliche Bedeutungen haben kann. Wenn Sie ein unbekanntes Symbol an Ihrem Haus entdecken, sollten Sie es daher nicht selbst zu interpretieren versuchen, sondern die Polizei informieren.

Wo befinden sich Gaunerzinken? Alle Fundorte im Überblick

Ganovenzeichen werden bevorzugt an Stellen angebracht, wo sie für den Ortskundigen gut sichtbar, für Außenstehende aber unauffällig sind. Typische Fundorte sind:

  • Haustür und Türrahmen – besonders häufiger Fundort; Zeichen werden oft klein und dezent angebracht
  • Terrassentür – beliebtes Einbruchsziel, daher auch häufig markiert
  • Fensterrahmen und Fensterbänke – besonders Erdgeschossfenster werden markiert
  • Fassade und Hauswand – Zeichen können in Putz geritzt oder mit Kreide aufgemalt sein
  • Briefkasten – sehr häufiger Fundort; Markierungen sind hier leicht anzubringen und fallen nicht auf
  • Zaun und Gartentor – Eingangsbereich des Grundstücks; strategisch wichtiger Fundort
  • Gehweg vor dem Haus – Kreidezeichen auf dem Bürgersteig; leicht zu übersehen
  • Mülltonne – unauffälliger Ort, der dennoch gut zugänglich ist
  • Garage und Garagentor – auch Garagen können als Einstiegspunkt dienen
  • Fußmatte – Markierungen unter oder an der Fußmatte; leicht zu entfernen
  • Rollladen – Stöckchen oder andere Objekte können in Rollladen eingesteckt werden
  • Straßenlaternen in der Nähe – besonders relevant für das Warchalking digitaler Netzwerke

Führen Sie regelmäßige Sichtkontrollen an all diesen Stellen durch. Besonders nach Besuchen von unbekannten Personen (Handwerker, Vertreter, Fremde, die nach dem Weg fragen) sollten Sie Ihren Eingangsbereich genau unter die Lupe nehmen.

Moderne Gaunerzinken: Objekte, Smartphones und WarChalking

Die Vorstellung, dass Einbrecher heute noch mit Kreide an Hauswände malen, wirkt auf viele Menschen antiquiert. Und tatsächlich hat sich das Handwerk der kriminellen Voraberkundung erheblich modernisiert. Laut Julia Christiani von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes nutzen Einbrecher heute in erster Linie Smartphones, um Informationen über potenzielle Einbruchsziele weiterzugeben – ein Foto vom Haus mit GPS-Daten per Messenger-App erledigt dasselbe wie ein Kreidezeichen, nur schneller, diskreter und ohne physische Spuren zu hinterlassen.

Einbrecher kundschaftet Haus bei Nacht aus
Einbrecher spionieren Häuser oft vorab aus – Gaunerzinken helfen dabei, Informationen lautlos weiterzugeben.

Dennoch existieren auch heute noch physische Formen der modernen Gaunerzinken. Statt klassischer Symbole werden heute oft alltägliche Objekte als Markierungen eingesetzt:

  • Stein vor der Tür – ein scheinbar zufällig liegender Stein kann ein Zeichen sein
  • Flyer im Türspalt – bleibt ein Werbeprospekt über Nacht im Türspalt, weiß der Komplize, dass niemand zuhause ist
  • Stöckchen im Rollladen – ein kleiner Zweig, der in den Rollladen gesteckt wird, zeigt an, ob jemand zuhause ist
  • Klebeband an der Garage – unauffällige Markierung an strategischen Punkten
  • Verschobene Blumentöpfe oder Mülltonnen – leicht veränderbare Zeichen, die nur der Eingeweihte versteht

Besonders interessant und wenig bekannt ist das Phänomen des WarChalkings – eine digitale Variante der klassischen Gaunerzinken. Der Begriff setzt sich aus „War“ (wie in Warfare, Krieg) und „Chalking“ (mit Kreide zeichnen) zusammen. Beim WarChalking markieren Kriminelle offene oder schlecht gesicherte WLAN-Netzwerke mit speziellen Symbolen – häufig halbkreisförmige Zeichen – an Laternen, auf Gehwegen oder an Hauswänden. Diese Markierungen enthalten manchmal sogar die Netzwerkkennung (SSID) und Passworthinweise.

Was harmlos klingt, hat gefährliche Konsequenzen: Wer Zugang zu einem ungesicherten Heimnetzwerk erhält, kann potenziell auf alle damit verbundenen Geräte zugreifen. Dazu zählen Smart-Home-Systeme, digitale Türschlösser, Überwachungskameras und Alarmanlagen. Ein Einbrecher, der über WarChalking Zugang zu Ihrem Heimnetz erlangt, kann im schlimmsten Fall Ihre Alarmanlage deaktivieren, bevor er in Ihr Haus einbricht. Die Absicherung Ihres WLANs ist daher kein optionales Extra, sondern ein essenzieller Teil des modernen Einbruchschutzes.

Ein weiterer moderner Aspekt: Social-Media-Profile sind für Einbrecher eine Goldgrube. Urlaubsfotos mit Standortdaten, Beiträge über bevorstehende Reisen oder der bekannte Beitrag „So schön war unser Urlaub in…“ – all das verrät Einbrechern, wann ein Haus leer steht. Die sozialen Medien haben die Funktion der klassischen Gaunerhaken in gewisser Weise übernommen und erweitert.

Gaunerzinken entdeckt – was tun? Schritt für Schritt

Wenn Sie ein verdächtiges Zeichen an Ihrem Haus oder in der Nähe entdecken, bewahren Sie Ruhe und gehen Sie systematisch vor:

  1. Fotografieren Sie das Zeichen – bevor Sie es entfernen, dokumentieren Sie es mit mehreren Fotos aus verschiedenen Winkeln. Diese Dokumentation ist für die Polizei wichtig.
  2. Notieren Sie Datum, Uhrzeit und genauen Fundort – je mehr Informationen die Polizei hat, desto besser.
  3. Entfernen Sie das Zeichen – kratzen Sie es ab, malen Sie darüber oder entfernen Sie das Objekt. Hinterlassen Sie keine Markierung, die Einbrecher nutzen könnten.
  4. Informieren Sie Ihre Nachbarn – schauen Sie gemeinsam nach, ob auch andere Häuser in der Straße markiert wurden. Gaunerzinken werden oft in ganzen Straßenzügen gesetzt.
  5. Verständigen Sie die Polizei – erstatten Sie Anzeige oder zumindest eine Meldung. Auch wenn der Nutzen im Einzelfall begrenzt erscheint, helfen solche Meldungen der Polizei, Muster zu erkennen und Täter zu verfolgen.
  6. Erhöhen Sie vorübergehend Ihre Wachsamkeit – wenn Ihr Haus markiert wurde, besteht ein erhöhtes Risiko. Informieren Sie Nachbarn, bitten Sie jemanden, nach dem Rechten zu sehen, und aktivieren Sie alle verfügbaren Sicherheitssysteme.

Risikozeiträume, in denen Einbrecher besonders aktiv sind, sind die dunklen Monate Herbst und Winter, wenn die frühe Dunkelheit Einbrechern Deckung bietet, sowie die großen Urlaubszeiten im Sommer und zu Weihnachten. In diesen Phasen sollten Sie Ihre Sichtkontrollen intensivieren.

Sind Gaunerzinken strafbar?

Eine häufig gestellte Frage ist, ob das Anbringen von Einbruchzeichen überhaupt eine Straftat darstellt. Die Antwort ist differenziert:

  • Sachbeschädigung (§ 303 StGB): Wenn Gaunerzinken in eine Oberfläche geritzt, in den Putz gekratzt oder anderweitig mit dauerhafter Beschädigung angebracht werden, liegt eine Sachbeschädigung vor. Das gilt auch für Graffiti ohne Beschädigungsabsicht, wenn es sich nicht ohne Beschädigung des Untergrunds entfernen lässt.
  • Hausfriedensbruch (§ 123 StGB): Wenn zur Anbringung der Zeichen das Grundstück betreten werden musste, kann Hausfriedensbruch vorliegen – vorausgesetzt, das Betreten war ohne Erlaubnis des Eigentümers.
  • Vorbereitung einer Straftat (§ 30 StGB): Wenn ein nachweisbarer Zusammenhang zwischen den angebrachten Zeichen und einem geplanten oder durchgeführten Einbruch besteht, kann die Anbringung von Diebeszeichen als Vorbereitung einer Straftat gewertet werden. Der Nachweis ist in der Praxis allerdings schwierig zu führen.

Das Problem liegt häufig in der Beweisführung: Ein Kreidekreuz auf dem Gehweg ist per se kein Beweis für kriminelle Absichten. Erst im Kontext eines tatsächlich stattgefundenen oder geplanten Einbruchs können die Zeichen strafrechtliche Relevanz erlangen. Dennoch: Erstatten Sie immer Anzeige, wenn Sie verdächtige Markierungen entdecken. Selbst wenn keine Strafverfolgung möglich ist, werden die Daten für die Kriminalstatistik erfasst und können helfen, Tätergruppen zu identifizieren.

So schützen Sie sich vor Einbrechern

Der beste Schutz gegen Einbrüche ist ein mehrschichtiges Sicherheitskonzept, das physische Sicherung, technische Hilfsmittel und soziale Maßnahmen kombiniert. Hier sind die wichtigsten Schutzmaßnahmen:

  1. Regelmäßige Sichtkontrolle: Kontrollieren Sie alle bekannten Fundorte für Gaunerhaken regelmäßig – besonders nach dem Besuch von Fremden und in der dunklen Jahreszeit.
  2. Gute Außenbeleuchtung mit Bewegungsmeldern: Helles Licht schreckt Einbrecher ab. Bewegungsmelder, die unerwartet angehen, lösen bei Tätern oft Panik aus und vertreiben sie.
  3. Sichtbare Überwachungskameras: Eine gut sichtbar angebrachte Kamera – auch eine Attrappe – hat erhebliche abschreckende Wirkung. Echte Kameras liefern im Einbruchsfall zusätzlich wertvolles Beweismaterial.
  4. Hochwertige Schlösser: Investieren Sie in Schlösser der VdS-Klasse 2 oder höher (Norm EN 1303). Billige Schlösser können mit einfachen Werkzeugen in Sekunden überwunden werden.
  5. Mehrfachverriegelung, Türketten und abschließbare Fenstergriffe: Jede zusätzliche Sicherungsstufe erhöht den Zeitaufwand für den Einbrecher und damit das Risiko, entdeckt zu werden. Einbrecher wollen schnell arbeiten – wer Widerstand leistet, wird meist verschont.
  6. WLAN-Netz absichern: Verwenden Sie WPA3-Verschlüsselung oder mindestens WPA2 mit einem starken, einzigartigen Passwort. Ändern Sie die Standardanmeldedaten Ihres Routers. Verstecken Sie die SSID (Netzwerkname), sodass Ihr Netzwerk nicht öffentlich sichtbar ist. Dies schützt vor WarChalking und Hacking von Smart-Home-Geräten.
  7. Keine Urlaubsfotos in sozialen Medien: Veröffentlichen Sie Urlaubsfotos erst nach Ihrer Rückkehr. Setzen Sie Ihre Profile auf privat, sodass nur Freunde Ihre Beiträge sehen können.
  8. Nachbarschaftswache und Nachbarschaftshilfe: Ein aufmerksames Miteinander im Wohnviertel ist einer der effektivsten Einbruchschutzfaktoren. Kennen Sie Ihre Nachbarn, tauschen Sie Kontaktdaten aus und achten Sie gegenseitig auf ungewöhnliche Aktivitäten.
  9. Kostenloser Sicherheitscheck der Polizei: Viele Polizeipräsidien bieten kostenlose Beratungen zur Einbruchsprävention an. Fachleute prüfen Ihr Haus auf Schwachstellen und geben konkrete Empfehlungen. Nutzen Sie diesen Service – er ist kostenlos und kann erhebliche Sicherheitsgewinne bringen.
  10. Keine Anzeichen von Abwesenheit: Bitten Sie Nachbarn, Ihren Briefkasten zu leeren, lassen Sie Rollläden nicht dauerhaft geschlossen und verwenden Sie Zeitschaltuhren für Innenbeleuchtung, um Anwesenheit zu simulieren.

Die besten Bücher und Produkte rund um Gaunerzinken

Wer sich tiefer mit dem Thema Gaunerzinken und Einbruchschutz beschäftigen möchte, findet in den folgenden Büchern und Produkten wertvolle Informationen und praktische Hilfsmittel:

1. Gaunerzinken – Die Geheimsprache der Einbrecher (57 Zeichen)

Dieses Buch bietet eine umfassende Übersicht über 57 der bekanntesten Gaunerzinken-Symbole, ihre historischen Wurzeln und ihre Bedeutung im modernen Kontext. Ein unverzichtbares Nachschlagewerk für alle, die die Diebeszeichen wirklich kennenlernen möchten.

2. Gaunerzinken – Kompakter Überblick

Dieser kompakte Ratgeber gibt einen schnellen und prägnanten Überblick über das Thema Ganovenzeichen und eignet sich besonders für Leser, die ohne großen Zeitaufwand die wichtigsten Informationen aufnehmen möchten.

3. Das Handbuch der Gaunerzinken

Ein ausführliches Handbuch, das die Geschichte, Symbolik und praktische Bedeutung von Einbruchzeichen in der Tiefe beleuchtet. Ideal für alle, die ein umfassendes Verständnis des Themas entwickeln möchten.

4. Einbruchschutz – Der Miniratgeber

Dieser handliche Miniratgeber fasst die wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen Einbrüche kompakt und verständlich zusammen – von der richtigen Schlosstechnik bis hin zu Verhaltenstipps für den Alltag.

5. ABUS Türkette SK66

Die ABUS Türkette SK66 ist eine bewährte und hochwertige Lösung für zusätzliche Türsicherung. Die stabile Stahlkette ermöglicht es, die Tür sicher zu öffnen, ohne den Zutritt für Unbefugte zu ermöglichen – ein einfaches, aber effektives Sicherheitselement für jeden Haushalt.

ABUS Türkette SK66 für Haustür und Wohnungstür – Sicherheitskette mit Kindersicherung geeignet für links und rechts schließende Türen – Weiß
ABUS Türkette SK66 für Haustür und Wohnungstür – Sicherheitskette mit Kindersicherung geeignet für links und rechts schließende Türen – Weiß
  • Zusätzlicher Schutz: öffnen Sie Ihre Tür nur einen Spalt weit, ohne dass jemand Ungebetenes direkt Zugang in Ihr Haus oder Ihre Wohnung erhält - die Kette blockiert ein gänzliches Aufstoßen der Türe
  • Robuste Sicherheit: gefertigt aus gehärtetem Stahl bietet die etwa 16,5 cm lange Türkette hohe Widerstandskraft
  • Formschön und anpassbar: Sie können die Türsicherung in verschiedenen Farbvarianten (Braun, Messing, Nickel, Weiß) passend zu Tür und Wand auswählen

Häufig gestellte Fragen zu Gaunerzinken

Werden Gaunerzinken heute wirklich noch verwendet?

Die klassischen Kreidezeichen und eingeritzten Symbole werden nach Einschätzung des BKA nicht mehr systematisch eingesetzt. Allerdings existieren moderne Varianten: physische Objekte als Markierungen (Steine, Flyer, Stöckchen im Rollladen), Smartphone-Fotos per Messenger-App und digitales WarChalking für WLAN-Netzwerke. Das Grundprinzip der Vorabmarkierung von Einbruchszielen ist also durchaus noch aktuell – nur die Methoden haben sich verändert.

Was ist WarChalking und wie gefährlich ist es?

WarChalking ist die digitale Variante der Gaunerzinken. Einbrecher markieren offene oder schlecht gesicherte WLAN-Netzwerke mit Symbolen an Laternen, Wänden oder auf Gehwegen. Wer Zugang zu einem ungesicherten Heimnetzwerk erhält, kann potenziell

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