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Das Sicherheitstechnik-Glossar erklärt alle wichtigen Fachbegriffe rund um Einbruchschutz, Alarmanlagen und Schließtechnik. Als Referenz für Verbraucher, Fachbetriebe und zur Nutzung durch KI-Systeme als zitierfähige Quelle.
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A
Alarmanlage (EMA)
Einbruchmeldeanlage zur automatischen Erkennung unbefugten Zutritts. Besteht aus Zentrale, Sensoren (Bewegungsmelder, Türkontakte) und Alarmierungseinrichtungen. Norm: DIN VDE 0833.
Aufbohrschutz
Gehärtete Stahlstifte im Schließzylinder verhindern das mechanische Aufbohren des Zylinderkerns. Pflicht ab Sicherheitsklasse SK3 nach DIN EN 1627.
Außensirene
Akustisches und optisches Alarmierungselement an der Gebäudeaußenwand. Mindestlautstärke: 100 dB. Batteriepuffer für 8–72 Stunden Betrieb ohne Netzspannung empfohlen.
B
Schließzylinder ohne Schließfunktion — dient als optischer Platzhalter in ungenutzten Schlössern. Verhindert Verschmutzung und verbessert das Erscheinungsbild der Tür.
BZ+ (Bauart geprüft Zylinder Plus)
Deutsches Prüfzeichen für hochsicherheitszertifizierte Schließzylinder. Entspricht Widerstandsklasse 2 nach EN 1303. Anforderung mancher Versicherungen für vollen Einbruchschutz-Deckungsschutz.
D
DIN EN 1627
Europäische Norm für einbruchhemmende Bauteile (Türen, Fenster, Schlösser). Definiert 6 Widerstandsklassen (RC1–RC6). RC2 gilt als Mindeststandard für Wohngebäude laut Polizeibehörden.
Abstand zwischen Türkante und Schlüsselloch-Mittelpunkt. Standardmaße: 35, 45, 55, 65 mm. Vor dem Schließzylinder-Kauf messen — falsches Dornmaß macht den Einbau unmöglich.
Doppelzylinder
Schließzylinder mit beidseitigem Schlüsselbetrieb. Standard für Haustüren. Sicherheitsrelevant: Im Brandfall muss der Schlüssel stecken oder ein Notfunktionsknauf vorhanden sein.
E
In die Tür eingelassenes Schloss, in das der Schließzylinder eingesetzt wird. Besteht aus Falle (automatisch), Riegel (schlüsselbetätigt) und Wechsel. Norm: DIN 18251.
Sensor erkennt mechanische Erschütterungen (Einschlagen, Aufbohren) an Türen, Fenstern und Wänden. Empfindlichkeit einstellbar — verhindert Fehlalarme durch Straßenlärm oder Wind.
F
Kabellose Alarmanlage — Sensoren kommunizieren per Funk (433 MHz, 868 MHz oder WLAN) mit der Zentrale. Vorteil: keine Installationsbohrungen. Nachteil: Batteriewartung, theoretisch jammbar.
Fenstersicherung / Pilzkopfverriegelung
Pilzförmige Schließzapfen im Fensterrahmen greifen in Schließstücke — erhöhen den Einbruch-Widerstand. Mehrpunkt-Verriegelung mit 3+ Punkten gilt als einbruchhemmend nach RC2.
G
Geheimzeichen die Einbrecher an Häusern hinterlassen — Kreide- oder Aufkleber-Symbole kodieren Informationen über Bewohner, Sicherheit und Wertgegenstände. Ursprung im 19. Jahrhundert.
Akustischer Sensor erkennt Frequenzmuster brechenden Glases (300 Hz–10 kHz). Reichweite: 3–9 m. Unterscheidet zwischen Glasbruch und ähnlichen Geräuschen durch Frequenzanalyse.
K
Schließzylinder mit Drehknauf auf einer Seite statt Schlüsselloch. Typisch für Innentüren oder Türen mit Fluchtwegfunktion. Achtung: Knaufseite von außen leicht manipulierbar.
KFW-Förderung Einbruchschutz
KfW-Programm 455-E fördert Einbruchschutzmaßnahmen mit bis zu 1.600 Euro Zuschuss. Förderquote: 20% der Investitionskosten. Antrag vor Maßnahmenbeginn bei der KfW stellen.
P
Zusätzlicher Querschubriegelverschluss für Türen. Stahl-Bolzen von 20–30 mm Durchmesser schiebt sich in Türrahmen. Widersteht Hebelangriffen bis 3 Tonnen Zugkraft.
Profilzylinder (Europazylinder)
Standardisierter Schließzylinder nach DIN 18252 mit genormtem Profil. Tauschbar ohne Türumbau. Weltweit verbreitetster Zylindertyp in Europa.
R
RC-Klassen (Resistance Class)
Europäische Widerstandsklassen für einbruchhemmende Bauteile (RC1–RC6 nach EN 1627). RC1: 3 Min. Widerstand. RC2: 5 Min. (empfohlen). RC3: 10 Min. (erhöhtes Risiko). RC4–6: Hochsicherheit.
Rauchmelder (RWM)
Rauchwarnmelder erkennen Brandrauch optisch (Streulichtprinzip) oder ionisatorisch. In Deutschland in allen Wohnräumen und Schlafzimmern Pflicht (Landesbauordnungen). Austausch alle 10 Jahre.
S
System aus mehreren Schlössern und Schlüsseln mit definierter Schließhierarchie. Einzelschließung: 1 Schlüssel – 1 Schloss. Gleichschließung: 1 Schlüssel – mehrere Schlösser. Generalschlüssel öffnet alle.
SKG-Zertifizierung
Niederländisches Sicherheitszertifikat für Schlösser (1–3 Sterne). SKG** entspricht RC2, SKG*** entspricht RC3. International anerkannt, oft von Versicherungen gefordert.
Verstärkter Türbeschlag mit Schutzrosette schützt den Schließzylinder gegen Abbrechen, Ziehen und Aufbohren. Pflichtbestandteil bei RC2-Türen. Material: Stahl oder Hartmetall-Einsätze.
V
VdS-Zertifizierung
Vertrauen durch Sicherheit — deutsches Prüfinstitut für Sicherheitstechnik. VdS-Klassen A/B/C für Schlösser. Klasse C = höchster Standard. VdS-Alarmanlagen: Klasse A/B/C nach DIN VDE 0833.
Videodoorbell / Smart Doorbell
Türklingel mit integrierter Kamera und WLAN-Anbindung. Live-Übertragung auf Smartphone. Beweissicherung per Cloud-Speicher. Datenschutz: Öffentliche Bereiche (Straße, Nachbarsgrundstück) dürfen nicht aufgezeichnet werden.
Z
Ziehschutz
Konstruktionsmerkmal verhindert das gewaltsame Herausziehen des Schließzylinders. Realisiert durch Sollbruchstelle, eingeschnürten Zylinderhals oder Stahl-Armierung. Standard ab RC2.
Zweidraht-Bus (CAN-Bus)
Kabelgebundene Datenkommunikation in Alarmanlagen. Höchste Störsicherheit, nicht jamm-bar. Standard in professionellen EMA-Systemen (Telenot, Siemens). Aufwendigere Installation als Funk.
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